Mode um 1320

Hier möchte ich euch ein wenig mit der kleidung um 1320 vertraut machen. Und bevor jemand sucht: Ich habe nur Artikel über Männer- und Frauenmode eingestellt, da Kinder normalerweise das gleiche in klein Trugen. Der Artikel über Frauenmode ist erheblich kürzer ausgefallen, da ich mich normalerweise nicht damit beschäftige. Wenn ihr anregungen habt oder fehler entdeckt, bitte immer melden.

Männermode

Die Kleidung der Männer ähnelte (zumindest in den Adeligen Kreisen) in der Hochgotig vom aussehen her sehr der der Frauen und bestand aus der Bruche, dem Leibhemd, den Beinlingen, der Cotte, einem Surcot, Schuhen, Accessoires, evtl. Kopfbedeckung und bei Kaltem Wetter oder zu Repräsentationszwecken einem Mantel. Die einzelnen Kleidungsstück werden hier näher behandelt:

 

Unterkleidung: Bruche, Leibhemd und Beinlinge

UNTERKLEIDUNG

Die Unterkleidung im Mittelalter war meistens aus Leinen, manchmal auch aus Hanf, denn Leinen nimmt im Sommer den schweiss auf und fühlt sich auf der Haut besser an als Wolle und Baumwolle war teure Importware. Beim Adel kam auch Seide in Frage.

Neben das Bild zeigt mich in Rekonstruierter Unterkleidung: Bruche, Leibhemd und Beinlinge. Bruche und Leibhemd sind aus Leinen und von mir, im gegensatz zu den Wollenen Beinlingem Handgenäht. Dazu trage ich Schuhe und Socken da die Beinlinge nur einen Steg und kein Fussteil besitzen. Die Beinlinge werden, wenn sich die Gelegenheit bietet, durch ein Authenticheres paar ersetzt. Als Kopfbedeckung trage ich eine Bundhaube, eine Babyhauben Ähnliche Kopfbedeckung, die noch im 13.jhd von jeder Mann gern getragen wurde, im 14.jhd aber an Beliebtheit nachlässt.

BRUCHE

Die Bruche (mhd. brůch) war die Unterhose des Mittelalters und wurde zwichen dem 11. und dem 15.jhd zusammen mit den Beinlingen, die am Gürtel der Bruche angenestelt (angebunden) waren, anstadt der heute gebräuchlichen Hose getragen. Es gab anscheinend zwei arten der Bruche: Einmal eine art "Wickelhose" bei der ein grosses stück Stoff um den Körper gewickelt und mit einem Gürtel (Bruchenband) gehalten wurde. Die zweite Form ist enger geschnitten und besitzt einen Tunnelzug. Für den schitt der letzteren Art gibt es zwei Interpretationen: Einmal die nach Barbara Purucker und die nach Sarah Thursfield. Welche der Interpretationen die richtige ist wird man ohne Zeitmaschine wohl nie sagen können. U. lehnart spekuliert in seinem Buch “Kleidung & Waffen der Früh- und Hochgotik 1150 - 1320” über hirschledernen Reitunterhosen, es gibt aber keinerlei Belge für extra Unterhosen zum Reiten. Wenn jemand doch nachweise für so eine beinbekleidung kennt, dem wäre ich sehr dankbar für eine PN.

LEIBHEMD

Dieses Unterhemd (mhd. Niderkleit, Hemde) mit T-Shirt förmigen Schitt, bestand wohl aus Leinen oder Seide und reichte bis zur mitte des Oberschenkels. Für den Adel sind auch längeren Hemden denkbar, da dessen Oberbekleidung auch länger war (siehe Cotte). Zum erweitern konnten an den seiten, und/oder Zentral keilförmige Geren eingesetzt werden.

BEINLINGE

Zur Unterkleidung gehörten ausserdem die Beinlinge, die im Mittelhochdeutschen "Hosen" gennant wurden. Sie bestanden im endeffekt aus je einem hauteng geschittenen Schlauch aus Wolle, mit Fussteil oder aber nur mit einem Steg, und wurden an den Gürtel der Bruche angenestelt (kann man sich gut als oben spitz zulaufende überlange Socken vorstellen.). Die Beinlinge wurden im laufe des 14.jhd immer höher und entwikelten sich im 15.jhd zu einer Hose mit Latz, aber der Begriff "ein paar Hosen" hat sich bis heute gehalten. Um die nötige Dehnbarkeit zu ereichen wurde der Stoff im schrägen Fahdenlauf geschnitten. Dass bedeutet dass die Beinlinge diagonal aus dem Stoff rausgeschnitten wurden, womit man eine gewisse Dehnbarkeit ereicht. Es gibt hinweise darauf dass man im Hoch- und Spätmittelalter einen Speziellen Stoff webte, der dehnbarer als anderer war und Tradizionell mit der Kermeslaus gefärbt wurde, die Farbe entspricht also dem heutigen Scharlachrot. Tatsächlich sind viele Beinlinge in Abbildungen in diesem Farbton dargestellt, es gab jedoch mit sicherheit im gesamten Mittelalter keinen richtigen stretch-stoff im heutigen Sinne.

Oberbekleidung: die Cotte

OBERKLEIDUNG

Die Oberkleidung war von der Antike (als "Tunika") bis in die frühen Spätgotik (und auch noch danach bei der armen Bevölkerung) die sogennante "Cotte" die in verschiedenen Formen durch alle schichten und von beiderlei Geschlecht getragen wurde. Der Adel Trug sie Knöchellang und der einfach Bauer Knielang. wie schonn in der einleitung erwähnt wurde sie im laufe des 14.jhd immer Kürzer.

Die neben zu sehende Cotte ist eine Rekonstruktion aus Waidblauem Leinen und besitzt je 3 knöpfe an dem Arm und an dem Halsausschnitt. An dem Säumen ist sie mit einer einfachen, Gelben Stickerei verziert. Sie ist neben mit Breiten Geren erweitert und hat vorne einen Reitschlitz. Dazu trage ich die Unterkleidung, einen sogenannten Jagdhut (siehe Kopfbedeckungen) und Dolch mit Gürteltasche und Almosenbeutel an einen Gürtel. Almosenbeutel und Gürtel sind durch bessere ersetzt, bilder der neuen Stücke gibt es bei Pinterest (hier und hier (unten)).

COTTE

Die Cotte, auch Kleit, Kotta bzw. Roc, war das Hauptkleidungsstück des Hochmittelalters. Sie wurde wohl meistens aus Wolle und bei den ganz Reichen aus Seide gefertigt denn alle funde von Cotten (z.B. Funde aus London, Kleid der hl. Elisabeth, Funde aus Herjolfsnes, etc) sind aus Wolle, was aber auch daran liegen kann dass sich Leinen im Boden nicht lange hält. Vom Schnitt her waren es einfach nur zwei Rechtecke, evtl. mit Reitschlitz die an den seiten durch zwei Geren erweitert wurden, Die ärmel konnten ab dem 13.jhd eingesetzt werden. Wärend bei den ärmeren schichten die form der Cotte über Jarhunderte fast unverändert blieb, setzte sich bei dem Adel am ende des 13.jhd der Knopf durch. Der Halzausschitt und die ärmel wurden mit Knopfreien geschlossen. Im laufe des 14.jhd wurden die Knopfreien immer länger bis es dann um 1350 den ellebogen ereichten. Wie schonn in der einleitung erwähnt wurde die Cotte im 14.jhd immer kürzer.

Überbekleidung, hier: ein Tasselmantel

ÜBERKLEIDUNG

Bei Kaltem Wetter (Garnache, Garde-Corps und Cappa) oder der Mode wegen (Surcot und Tasselmantel) konnte noch Überkleidung getragen werden. Da waren z.b.: Garnache, Garde-Corps, Cappa, Surcot, Tasselmantel etc..

Neben sieht man mich in meiner rekonstruiertem Sonntagsstaat samt Tasselmantel, welcher aus Roter Wolle besteht und mit Blauem Leinen Gefüttert ist. Dazu Trage ich die Kleidung, welche oben schon beschrieben wurde: unterkleidung und Cotte. Als Accessoires sieht man hier nur einen Hut und einen Gürtel. Mehr zu dieser Mantelform siehe unten.

SURCOT

Über der Cotte konnte noch ein sogenannter Surcot getragen werden. Dieser war wie eine Cotte geschnitten aber war ein wenig weiter als diese (bzw. hatte mehr/breitere Geren) und wurde meistens ungegürtet getragen. Er war oft Ärmellos aber auch versionen mit Schlupfärmel kamen vor bei denen die Ärmelnaht nicht völlig geschlossen war, so das man die arme raus nemen konnte (vergleiche Garde-Corbs). Er war wie die Cotte oft gefüttert, etwa mit Feh- bzw. Hermelin-Pelz oder Seide und an den Kanten Konnte der Surcot mit Borten oder Stickereien verziert werden. Die Länge hängt wie bei der Cotte vom Stand des Trägers ab: Bei dem Adel variiert sie auf den Abbildung von ca.1320 zwichen der mitte des Unterschenkels und den Knöcheln.

UMHANG

Mit Umhang ist hier der Halbkreissmantel gemeint, der zwichen dem 12ten und Frühen 14.jhd Gerne vom Adel gertagen wurde. Wärend er im 12.jhd noch dem Wetterschutz diente, entwickelte sich im 13.ten eine weitere Form: Der Tasselmantel. Dieser wurde ausschlieslich zu Repräsentationszwecken getragen, da er sehr unbequem ist denn als verschluss hat er eine lange schnur, die an den beiden enden von innen durch zwei Löcher an der Kante des Mantels gefürt und dann dort in zwei "Tasselscheiben", oder eben in Quasten ("Tasseln") endete. Auf zeigenössichen Abbildungen sieht man oft den Zeigefinger der diese Schnur ellegant nach vorne/unten trügt. Diese Geste gallt wol als sehr Höfich. Im Codex Manesse wärden die meisten Mäntel dieser Art mit Fehpelz, graue Winterfell mit weißer Bauchseite des Sibirichen Eichhörnchens, gefüttert dargestellt.

GARDE-CORBS UND GARNACHE

Der Garde-Corbs (frs. Körperschutz) war ein Reisegewand welches um 1250 aufkam und haubtsächlich vom Adel getragen wurde. Er war ähnlich wie die Cotte geschnitten aber besass sehr lang Ärmel die manchmal sogar bis zum saum reichten und einen Schlitz am Ellebogen hatten oder der ärmel war wie der Schlupfärmel-Surcot nicht ganz angenäht. Oft hatte er auch eine Kapuze. Nach U. Lehnart werden Fussgänger meistens mit Knie- und Reiter (dann mit Reitschlitz) mit Knöchellangem Garde-Corbs abgebildet, was aber meiner meinung nach nicht der realität entspricht, man kann zb auch Abbildungen von Fussgängern mit Knöchellangem Garde-Corbs finden. Die Garnache kam gegen Ende des 13. Jhts auf und hatte keine echten Ärmel sondern nur als solche angedeutete halbkreisförmig ausgestellte Ansätze an den Schultern. Diese waren an der gesamten Rundung offen. Auch war sie an den Seiten geschlitzt - bei Reitern ebenfalls vorn und hinten in der Mitte.

CAPPA

Die Kappe (cappa) war ein Reisegewand, das im gegensatz zu den anderen hier aufgeführten stücken eher den Ärmeren Schichten zuzuortnen ist. Es ist ein Überkleid welches ärmellos ist und über den Kopf zu ziehen war und mit einer angesetzter Kapuze ausgestattet sein konnte. Sie konnte verschiedene Formen und Längen haben. Die kurze Variante ist als Arbeits- und Bauernkleidung anzusehen. Dabei konnte die Kappe entweder rundrum geschlossen sein. Das konnte entweder durch einen vorne zusammen genähten Kreisausschnitt (z.B. Halbkreis) gewährleistet werden oder durch ein rechteckiges Stoffstück. Es konnte auch aus einem Stoffstück mit einem Loch in der mitte bestehen. Die Cappa konnte auch eine Kapuze haben, oder, wie bei mir oben zu sehen, mit einer Gugel getragen werden.

Higieneartikel

KOPFBEDECKUNGEN UND ACCESSOIRES

Weitere wichtige Bestandteile der Kleidung waren Kopfbedeckungen und Accessoires. Neben kleineren gegenständen die in einem Beutel oder einer Tasche aufbewahrt wurden, gab es auch welche die sichtbar und als zeichen des wohlstandes an einem Gürtel oder als Schmuck getragen wurden, wie zb die Paternosterschnur welche zwar meistens zu Repräsentationszwecken in der Hand gehalten wurde, aber auch manchmal am Gürtel getragen wurde (vielen dank Agnes für deine Hilfe bei meiner Recherche).

Neben sieht man eine Auswahl meiner rekonstruierten Accessoires. Der Beutel ist ein einfacher Almosenbeutel, die Tasche ist eine Rekonstruktion der Runneburgtasche, welche auf 1250 datiert wird (s.u.). Rechts das Toilettenbesteck wurde von mir nach einem fund aus dem Konstanzer Fischmarkt geschmiedet. Daneben der Fürspann ist aus Kupfer nach einem Fund aus London, welcher hier näher beschrieben wird. Die Holzwürfel sind, den Funden entsprechend sehr klein. Esslöffel und Messer fürte man immer mit sich, da Gastgeber ohne Besteck servierten. Der Granat war der Glücksstein der Ritter. Beinkämme wurden von allen Schichten zum Haare kämmen benutzt, meiner ist mit einkärbungen verziert.

KOPFBEDECKUNGEN

Im Spämittelalter gab es viele verschiedene Hüte, von Filzhüte und einfachen Bundhauben über auf den Kopf gesetzten Gugeln (danke Jens) bis hinn zu Teuren, mit Pfauenfedern besetzten "Jagd"Hüten. Die Meisten Hüte Waren aus Filz bzw. Wolle. Manche waren zweckbedingt wie dieser Pilgerhut (unten links), andere waren Prunkvoll für den Adel. Letzterer ist ein sogennanter "Zinnenhut", die Mittelalterliche Bezeichnung ist mir, wie bei vielen anderen Kopfbedeckungen, leider unbekannt, er bestand wohl aus Wolle und war mit Fehpelz gefüttert. Die Reenactor-Götter (schöne grüße an alle von Tv! ;)) diskutieren immer noch wie er innen aufgebaut war, ich warte einfach bis sie was rausgefunden haben ;). Der Adel Trug auch gerne solche "Robin-Hood" bzw. "Jagd" Hüte. Sie wurden auch gerne, für die ganz Reichen, mit Pfauenfedern besetzt. Eine weitere Kopfbedeckung war die Gugel im Prinzip ein Kapuzenpullover ohne Pullover, welche seid ende des 13.jhdts mit dem Kopfloch voraus auf den Kopf gesetzt wurde und zur gleichen zeit auch beim Adel in Mode kam. Im Codex Manesse ist diese wariation der Gugel (nach dem "Zinnenhut") die am zweit meisten abgebildete Kopfbedeckung. Unter dem eigentlichem Hut wurde oft eine Bundhaube getragen, die man heute als Babyhaube interpretieren würde. Dessen verwendung lässt im 14.jhd aber stark nach.

GÜRTEL

Der Gürtel war, wie vieles im Mittelalter, Modisches Accessoire und Prakticher Altagsgegenstand in einem: Wärend die länge des Gürtels über den Reichtum des Trägers aussagte, war er unerlässlich für das raffen der Kleidung und zum befestigen von Essmesser, Beutel/Tasche und co. (siehe unten). Er konnte aus einem einfachen Lederriemen, einer Bretchenborte oder aus mit Beschlägen verziertem und evtl. gefärbtem Leder bestehen, je nach reichtum des Trägers.

BEUTEL/TASCHEN

Da die Kleidung im Mittelalter keine eingearbeiteten Taschen hatte, waren Beutel und Taschen für den Gürtel  ein wichtiges Accessoire. wie bei dem Gürtel gab es formen für die Reiche und welche für die Niedere Schicht. Eine weit verbreitete Form des Beutels war der Almosenbeutel, der in unterschiedlicher ausführung bei jedem beliebt war. Er war bei dem Adel oft bestickt und bestand, je nach Reichtum, aus Wolle, Leinen, oder Seide und war oft gefütert, etwa mit Leinen oder Seide. Eine form der (Umhäng)Tasche war die sogennante "Pilgertasche", eine Tasche aus Leinen, Wolle oder Leder, die manchmal mit Quasten verziert und vor allem bei Reisenden (daher "Pilger") beliebt war. Richtige Gürteltaschen kamen erst um ca. 1340 richtig in Mode, doch gibt es einen Fund einer Gürteltasche aus der Runneburg, der auf ca. 1250 datiert wird und auch in der Manesse und in der Kreuzfahrerbibel sind ein paar ähnliche Taschen abgebildet.

HANDSCHUHE

Handschuhe waren wie der Gürtel einfacher Gebrauchsgegenstand und standesabzeichen in einem. Fngerhandschuhe waren aufgrund des Aufwandes bei der Herstellung wohl eher dem Adel vorbehalten, währen die niederen Schichten einfache Fäuslinge und, ab ca. 1330 auch Dreifingerhandschuhe wie sie zb. im Luttrell-Psalter abgebildet sind benutzten. Als Material kamen Leder, Wolle und (dann zu Repräsentationszwecken genutzt) auch Leinen oder Seide in frage.

SCHMUCK

Die Kleidung wurde im Mittelalter durch Schmuck ergänzt, zb. durch Fingerringe, Fibeln und Schapele. Letzteres hätte ich auch unter "Kopfbedeckungen" unterbringen können denn es ist ein Metallener Stirnreif, der sich vom 12. bis 15.jhd. hielt . "Metallener" ist Kursiv geschrieben weil die Stoffschapele die man oft auf Märkten sieht, wie sich bei Tempus Vivit! herausstellte, im grunde genommen völlig un-authentisch sind. Weiterhinn waren Fibeln bzw. Fürspänne zum schliessen oder raffen der Kleidung, zumindest bis ca. 1300, weit verbreitet denn am ende des 13.jhd setzte sich, wie schon unter "Cotte" beschrieben, der Knopf durch. Es gab wohl sehr viele Fingerringe jeder art in unterschiedlichster Qualität: Aus Holz, Knochen Metall oder auch mit Teuren Edelsteinen besetzt. Eine besondere art stellte der Siegelring mit dem Wappen des Bisitzers dar.

Frauenmode

Oben schrieb ich das die Frauenmode um 1320 der der Männer ähnelte. Im Detail gibt es aber erhebliche unterschiede. So war zb die Cotte und das Leibhemd länger und die Hosen (socken) kürzer. Auch die Kopfbedeckungen waren sehr anders.

UNTERKLEIDUNG

Die Unterkleidung der Damen bestand aus einem Knöchellangen Leibhemd, meistens wohl auch aus Leinen genäht, und ein paar Knielangen, wollenen Socken, entweder genäht oder Nadelgebunden, wie man sieh zb in der Maciejowski-Bibel sieht. Es ist mir nicht bekannt ob Frauen Unterhosen trugen. Da es im Mittelalter schon unschicklich war als Frau seine Beine zu zeigen, war es für mich unmöglich eine Abbildung von einer Unterhose (oder was sonst an der fraglichen stelle zu sehen war), zu finden, und ich habe auch nicht vor weiter zu suchen ;) ...

OBERKLEIDUNG

Die Oberkleidung bestand auch bei den Frauen aus einer Cotte. Sie war bei ihnen aber etwas länger (Boden- bis überbodenlang), und sie wurde ab ende des 13.jhts im oberen bereich, wie auch bei den Männern, immer enger. Dieser hautenge Schnitt ereichte um 1350 seinen höhepunkt. Die weiblichen Cotten hatten auch keinen Reitschlitz, da es, wie oben schon erwähnt, unschicklich war wenn Frauen ihre Beine zeigten. Auch bei den Damen kam der Knopf im 13.jh in Mode und setzte sich im laufe des 14.jhts durch, bevor er dann wie bei den Männern im 15.jh wieder aus der Mode kam und durch die Nestelschnurr ersetzt wurde.

ÜBERKLEIDUNG

Die Überkleidung glich im wesentlichem der der Männer, so gab es auch bei dem Weiblichem geschlecht Tasselmäntel, Umhänge, Surcots und Cappas. Nur die Garnache und der Garde Corbs waren wohl reine Männersache.

KOPFBEDECKUNGEN UND ACCESSOIRES

Kopfbedeckengen waren für die Mittelalterliche, verheiratete Frau sowas wie pflicht. Es gab verschiedene arten von Hauben und anderen Kopfbedeckungen. Zb den Wimpel, den man in verschieden wariationen tragen konnte. Einmal in einer Form wie sie auch denn Hals bedeckte und als besonders schicklich galt, da es den gesamten Kopf bedeckte. Zusammen mit einem Schleier getragen war es damals wohl vorallem bei älteren frauen in Mode. Die andere Form sah so aus. Weiterhin gab es das Haarnetz welches zwar das Haar durchschauen lies, esaber trotzdem "verdeckte". Dieses wurde auch gerne zusammen mit einem Gebende getragen. Es gab auch einfache Hauben. Für Jungfrauen, die noch nicht "unter die Haube" mussten, gab es wie bei den Männer das Schapel. Manche Darsteller gehen davon aus, das die Harre verdeckt und Hochgebunden wurden um so den Hals, eine Erotische Zohne, frei zu legen. Die Accessoires waren im grossen und ganzem die gleichen wie bei den Männern, das heisst Fingerringe, Fibeln, Paternosterketten etc.